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Re: [pgsql-de-allgemein] Die Optimale Tabellenstruktur für Postgres 8.1-8.3 ?



rudi(at)je-more(dot)de wrote:

Stimmt. Ich meine mich erinnern zu können, wie Tom Lane auf der
general-Liste zu dem Thema mal sagte, dass Oracle zu einem Zeitpunkt
entstand, als die filesysteme noch nicht so ausgereift waren wie heute und
die Entwickler deswegen viel von dem, was ein modernes filesystem leisten
kann, in die db eingebaut haben. Postgres ist jünger, und bedient sich
unbefangen aus den (mittlerweile luxuriösen) filesystem-APIs, sozusagen.
Tja, wenn das stimmt, dann sollten solche Test nicht solche Ergebnisse erzielen, denn hier sind es gerade die neuen Filesysteme mit Journaling (in diesem Fall EXT3) die Postgres ganz gewaltig ausbremsen
können, wie diese Messung zeigt:

Besser als Hauptabendprogramm hier...

Ja, wenn die Datenbank direkt auf ein Blockdevice schreibt (und dafür optimiert ist!) wird man in nahezu allen Fällen flotter sein als wenn man über eine FS-Abstraktionsebene geht (ich glaub das kann man sogar mathematisch/logisch Beweisen wenn man möchte).

Ja, wenn die Datenbank direkt auf ein Blockdevice schreibt verliert man viel an Flexibilität die man mit einem Filesystem drüber hätte.

Ja, wenn die Datenbank direkt auf ein Blockdevice schreiben soll, muss man verdammt viel mehr Code pflegen als wenn man sich für viele Teilbereiche auf den Kernel, der POSIX-genügende Funktionen zur Dateimanipulation bereitstellt, verlässt.

Ja, wenn die Datenbank direkt auf ein Blockdevice schreiben soll, muss man deutlich mehr Logik einbauen (und erst mal testen!), damit die Daten auf dem Blockdevice konsistent sind.


Oracle hat die Arbeit investiert direkten Blockdevice-Support einzubauen. Damals hat das wahrscheinlich auch Sinn gemacht, weil Oracle "schon ein Zeiterl" Datenbanken macht, und bei vielen Betriebssystemen bei unterschiedlichen Lastmustern die Performance unter aller Sau war oder man im Produktiv-Betrieb unter Last fröhlich auf (V)FS-Bug-Jagd gegangen ist. (Dieser Absatz beruht lediglich auf Mutmaßungen).

Oracle kann sichs auch leisten, weil die einen nicht zu verachtenden Entwicklerstab haben.

Wenn du bei einem Opensourceprojekte fragst "Wollt ihr die Codebasis im Persistence-Bereich verdoppeln um unter gewissen Umständen $n% Mehrleistung rauszuholen als mit einem sinnvollen Filesystem- und Blockdevice-Setup" wird die Antwort wohl relativ eindeutig ausfallen.



Und wenn ich dir noch länger die Welt erklären soll, muss ich wohl langsam Anfangen Rechnungen auszustellen ;).


lg,
michael



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